Ghee selber machen: Flüssiges Gold aus der eigenen Küche
Du brauchst nur eine Zutat und 30 Minuten Zeit, um das wertvollste Fett im Ayurveda selbst herzustellen. Ghee – auch geklärte Butter genannt – ist weit mehr als nur ein Kochfett. Es ist Medizin, Hautpflege und Geschmacksträger in einem. Und das Beste? Du kannst es kinderleicht zu Hause machen!
Was macht Ghee so besonders?
Ghee gilt im Ayurveda als eines der kostbarsten Lebensmittel überhaupt. Durch das langsame Erhitzen wird die Butter von Laktose und Milcheiweiß befreit – übrig bleibt pures, goldenes Butterfett, das selbst bei Menschen mit Laktoseintoleranz meist gut verträglich ist.
Im Ayurveda wird Ghee als sattvisch bezeichnet – es bringt Klarheit, Leichtigkeit und Reinheit in Körper und Geist. Es ist eines der wenigen Lebensmittel, das alle drei Doshas ausgleichen kann und dabei noch dein Verdauungsfeuer (Agni) stärkt.
Ghee selber machen: Die Step-by-Step Anleitung
Zubereitungszeit: 30-40 Minuten
Schwierigkeit: Einfach
Ergibt: ca. 400g Ghee (aus 500g Butter)
Zutaten:
- 500g Bio-Butter (am besten Weidebutter für höchste Qualität)
Utensilien:
- Einen Topf
- Ein feines Sieb oder Passiertuch
- Ein sauberes Schraubglas mit Deckel
- Einen Löffel zum Abschöpfen
Zubereitung:
1. Butter schmelzen
Gib die Butter in einen Topf und lass sie bei mittlerer Hitze langsam schmelzen. Sobald die Butter vollständig flüssig ist, reduziere die Hitze auf niedrig bis mittel.
2. Köcheln lassen
Lass die Butter nun etwa 25-30 Minuten sanft köcheln. Du wirst beobachten, wie drei Phasen ablaufen:
- Zuerst schäumt die Butter stark (das ist die Feuchtigkeit, die verdampft)
- Dann bildet sich weißer Schaum an der Oberfläche (das sind Milchproteine)
- Schließlich wird die Flüssigkeit klar und golden, während sich am Boden bräunliche Feststoffe absetzen
3. Schaum abschöpfen
Während des Köchelns schöpfst du den weißen Schaum (Laktose und Milcheiweiß) regelmäßig mit einem Löffel ab. Das muss nicht perfekt sein – beim Filtern verschwindet der Rest.
4. Den richtigen Moment erkennen
Dein Ghee ist fertig, wenn:
- Die Flüssigkeit klar und goldgelb ist
- Ein nussiger, leicht karamelliger Duft aufsteigt
- Das Blubbern ruhiger wird
- Am Boden braune Milchfeststoffe sichtbar sind
⚠️ Wichtig: Nicht zu lange erhitzen, sonst verbrennen die Feststoffe am Boden und das Ghee wird bitter!
5. Filtern & abfüllen
Nimm den Topf vom Herd und lass das Ghee 2-3 Minuten abkühlen. Gieße es dann durch ein feines Sieb oder ein sauberes Passiertuch in ein sauberes, trockenes Schraubglas. Die braunen Feststoffe bleiben zurück.
6. Auskühlen & lagern
Lass das Ghee vollständig auskühlen, bevor du den Deckel aufschraubst. Es wird beim Abkühlen fest und bekommt eine cremig-gelbe Farbe.
That's it! Du hast gerade dein eigenes, hochwertiges Ghee hergestellt.

Warum Ghee in deiner Küche nicht fehlen sollte
Die 6 wichtigsten Wirkungen von Ghee:
💋 Hilft bei Trockenheit im Winter
Wohltuend bei rissigen Lippen, trockenen Händen und spröden Füßen. Du kannst Ghee äußerlich wie eine reichhaltige Creme verwenden – es zieht schnell ein und nährt die Haut tiefenwirksam.
🌿 Nährt Haut & Schleimhäute von innen
Regelmäßig eingenommen macht Ghee die Haut geschmeidig, unterstützt die Schleimhäute im Verdauungstrakt und wirkt befeuchtend auf den gesamten Organismus.
🔥 Unterstützt die Verdauung = Agni
Ghee entfacht dein Verdauungsfeuer sanft und nachhaltig. Es verbessert die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und macht Gewürze besser verwertbar – deshalb werden im Ayurveda Gewürze immer zuerst in Ghee angeröstet.
🛡️ Liefert wertvolle Vitamine (A, E, K2)
Diese fettlöslichen Vitamine sind essentiell für Immunsystem, Knochengesundheit, Sehkraft und Hautregeneration. In Ghee sind sie in ihrer bioverfügbarsten Form enthalten.
🧠 Gilt als stärkend für Nerven & geistige Klarheit
Im Ayurveda wird Ghee als "Medhya" bezeichnet – es fördert geistige Klarheit, Konzentration und ein gutes Gedächtnis. Traditionell wird es bei Studierenden und älteren Menschen besonders empfohlen.
🍳 Ideal zum Kochen & Braten dank hoher Hitzestabilität
Mit einem Rauchpunkt von etwa 250°C ist Ghee perfekt zum Braten, Backen und sogar Frittieren geeignet. Es entstehen keine schädlichen Transfette, und der nussige Geschmack verfeinert jedes Gericht.
Lagerung: Warum Ghee nicht in den Kühlschrank muss
Einer der größten Vorteile von Ghee: Es ist monatelang haltbar – ganz ohne Kühlung! Durch das Entfernen von Wasser und Milchproteinen gibt es nichts, was verderben könnte. Lagere dein Ghee einfach bei Raumtemperatur in einem sauberen, luftdichten Glas.
Wichtig: Verwende immer einen sauberen, trockenen Löffel, um Ghee zu entnehmen. Feuchtigkeit oder Krümel könnten die Haltbarkeit beeinträchtigen.
Haltbarkeit: Bei richtiger Lagerung hält sich selbstgemachtes Ghee problemlos 6-12 Monate.
Wie du Ghee verwendest
In der Küche:
- Zum Anrösten von Gewürzen – der Klassiker im Ayurveda
- Zum Braten und Backen – ersetzt Butter oder Öl 1:1
- Als Butterersatz aufs Brot – schmeckt nussig und aromatisch
- In warmem Porridge oder Kitchari – steigert die Nährstoffaufnahme
- Über gedünstetes Gemüse – macht es bekömmlicher

Als Hautpflege:
- Bei trockenen Lippen – einfach dünn auftragen
- Für raue Hände und Füße – vor dem Schlafengehen einmassieren
- Als Narbenpflege – fördert die Regeneration
- Bei gereizter Nasenschleimhaut – ein Tropfen in jedes Nasenloch
Therapeutisch:
- Ein Teelöffel morgens auf nüchternen Magen – entfacht Agni
- In warmer Milch mit Kurkuma – die berühmte Goldene Milch
- Für Ölmassagen (Abhyanga) – erwärmt verwenden
Ayurvedische Perspektive: Für welche Doshas?
Für Vata (Luft & Äther):
✓ Perfekt! Ghee ist das ideale Fett für Vata. Es wirkt erdend, nährend, befeuchtend und beruhigend. Besonders im Herbst und Winter sollten Vata-Typen täglich Ghee verwenden.
Für Pitta (Feuer & Wasser):
✓ Hervorragend! Ghee hat eine kühlende Wirkung und beruhigt überschüssiges Pitta. Es lindert Entzündungen, Sodbrennen und Überhitzung. Pitta-Menschen profitieren besonders von Ghee in der heißen Jahreszeit.
Für Kapha (Erde & Wasser):
✓ In Maßen! Kapha-Typen sollten Ghee sparsam verwenden, da es schwer und ölig ist. Ein Teelöffel zum Anrösten von Gewürzen ist perfekt – größere Mengen können Kapha erhöhen.




















